Neuer Gesetzesentwurf 2026/2027: Wird Österreich das Monopol aufbrechen und internationalen Casino-Anbietern offizielle Lizenzen erteilen? Die Meinung des Experten Philip Ganster

Der Glücksspielmarkt befindet sich an einem entscheidenden Wendepunkt. Ich, Philip Ganster, beobachte die regulatorische Entwicklung seit vielen Jahren und halte den Gesetzesentwurf 2026/2027 für die weitreichendste Reform seit Einführung des bisherigen Sonderrechts im Online-Sektor. Erstmals steht nicht nur eine Anpassung einzelner Vorschriften zur Diskussion, sondern die mögliche Einführung eines Mehrfachlizenzsystems, das internationalen Anbietern den offiziellen Markteintritt ermöglichen könnte. Der Ministerialentwurf sieht vor, den bisherigen Alleinvertretungsanspruch schrittweise durch ein streng reguliertes Konzessionsmodell zu ersetzen, wobei Spielerschutz und Marktaufsicht deutlich ausgebaut werden sollen.

Aus meiner Sicht kommt diese Entwicklung nicht überraschend. Der jährliche Bruttospielertrag des Online-Glücksspielmarktes liegt inzwischen bei deutlich über 600 Millionen Euro, während ein erheblicher Teil der Nachfrage weiterhin auf Plattformen mit EU-Lizenzen entfällt. Genau deshalb interessieren sich immer mehr Spieler für eine Aktuelle Liste der legalen Online Casinos in Österreich, denn mit der geplanten Reform könnte sich das Angebot erstmals grundlegend verändern. Der Gesetzesentwurf sieht unter anderem streng überwachte Lizenzen, ein zentrales Sperrsystem, verschärfte Maßnahmen gegen illegale Betreiber sowie höhere Anforderungen an Kapitalausstattung und Compliance vor. Meiner Einschätzung nach werden die politischen Entscheidungen der kommenden Monate darüber bestimmen, sein jahrzehntelanges Monopol tatsächlich beendet oder den Markt lediglich modernisiert.

picture>Aktuelle Liste der legalen Online Casinos in Österreich

Das exklusive Lizenzsystem in Österreich: Warum die bestehende Ordnung ins Wanken gerät

Das nationale Glücksspielgesetz (GSpG) reserviert das Recht zur Durchsetzung von Online-Casinospielen nach wie vor exklusiv für eine einzige Konzession, die derzeit von den Casinos Austria über das Portal win2day gehalten wird. Diese Struktur stützt sich auf eine gesetzliche Deckelung von maximal 15 Spielbanken-Lizenzen, wodurch der Online-Sektor faktisch hermetisch abgeriegelt bleibt. Dennoch verzeichnen grenzüberschreitend agierende Unternehmen mit Sitz in EU-Mitgliedstaaten wie Malta oder Zypern seit Jahren einen stetigen Zulauf österreichischer Kunden. Betreiber wie Bet-at-home, Bwin oder Mr Green berufen sich dabei auf die im AEU-Vertrag verankerte Dienstleistungsfreiheit nach Artikel 56 AEUV und bedienen schätzungsweise über 50 Prozent des heimischen Marktvolumens, was zu massiven Steuerausfällen im dreistelligen Millionenbereich führt.

Dieser Zustand hat eine Welle von Rechtsstreitigkeiten ausgelöst, die das Monopol im Kern erschüttern. Nationale Instanzen sowie der Europäische Gerichtshof (EuGH) bemängeln wiederholt die mangelnde Kohärenz der Gesetzgebung, da das staatliche System einerseits den Spielerschutz als Rechtfertigung vorschiebt, andererseits aber intensive Marketingmaßnahmen für eigene Lotterie- und Wettprodukte zulässt. Zudem stützen sich zahlreiche Zivilgerichte auf Entscheidungen des Obersten Gerichtshofs (OGH), wonach Verträge zwischen Spielern und EU-Anbietern ohne nationale Lizenz als nichtig eingestuft werden, was zu einer Flut von Klagen auf Rückforderung von Spielverlusten führt. Branchenverbände wie die Österreichische Vereinigung für Wetten und Glücksspiel (ÖVW) fordern daher nachdrücklich die Abkehr von der bisherigen Monopolstellung hin zu einer EU-konformen Mehrfachlizenzierung nach dem Vorbild anderer europäischer Staaten.

Was sieht der Gesetzesentwurf 2026/2027 konkret vor?

Um den langjährigen rechtlichen Unsicherheiten entgegenzuwirken und den heimischen digitalen Glücksspielsektor europarechtskonform zu gestalten, steht in Wien ein grundlegender Systemwechsel bevor. Das Bundesministerium für Finanzen (BMF) bereitet eine umfassende Novelle des Glücksspielgesetzes (GSpG) vor, die das bisherige Monopolmodell ablösen soll. Ziel der Reform ist es, die Konzessionsvergabe für Online-Casinos nach transparenten, EU-konformen Kriterien neu zu strukturieren und den Markt durch kontrollierte Lizenzen zu öffnen, um den stetig wachsenden Schwarzmarkt einzudämmen.

Thema

Aktuelle Regelung

Geplanter Gesetzesentwurf

Online-Lizenzen

Monopol (Casinos Austria AG / win2day)

Mehrfachlizenz-System mit festgelegter Konzessionsanzahl

Zulassung internationaler Anbieter

Nein 

Ja, unter strengen Auflagen (Sitz in EU/EWR, Kapitalnachweis)

Aufsichtsbehörde

Bundesministerium für Finanzen

Unabhängige Glücksspielbehörde (Glücksspielaufsichtsbehörde)

Spielerschutz

Dezentrale Regulierungen und Betreiberprüfungen

Zentrale Sperrdatei (OASIS-Modell), monatliches Einzahlungslimit (z. B. 1.000 €)

Maßnahmen gegen illegale Anbieter

Begrenzt (Zivilrechtliche Klagen, begrenzte Verwaltungsstrafen)

Technisches Payment-Blocking, IP-Domain-Sperren, erhöhte Strafrahmen

Die Transformation etabliert eine völlig neue Architektur zur Kanalisierung des Spielbetriebs. Durch die Auslagerung der Aufsicht aus dem Finanzministerium in eine neu zu schaffende, unabhängige Glücksspielbehörde sollen künftig objektivierte Prüfverfahren für den Erhalt einer Lizenz angewendet werden. Gleichzeitig verknüpft die Reform den Marktzugang internationaler Plattformen mit veränderten Schutzmechanismen: Das Zusammenspiel aus zentralen Systemen zur Spielersperre, verbindlichen monatlichen Verlustgrenzen und effektiven technischen Hürden – wie der Blockade von Zahlungsflüssen über Finanzdienstleister bei nicht lizenzierten Webseiten – soll maximale Transparenz und Rechtssicherheit gewährleisten.

Welche internationalen Casino-Anbieter könnten offiziell nach Österreich kommen?

Im Falle einer kontrollierten Marktöffnung im Rahmen der anstehenden GSpG-Novelle würden vor allem finanzstarke, europäisch etablierte iGaming-Konzerne um die neuen Konzessionen konkurrieren. Unternehmen dieser Größenordnung verfügen nicht nur über das nötige Eigenkapital im zweistelligen Millionenbereich, sondern auch über die technische Infrastruktur, um strenge behördliche Vorgaben bezüglich Serverstandorten, Datenschutz und Spielerschutz unverzüglich umzusetzen.

Zu den aussichtsreichsten Marktteilnehmern, die für eine Lizenzierung in Österreich infrage kommen, gehören:

  • Bet365:Der britische Glücksspielriese besitzt bereits Lizenzen in Märkten wie Deutschland (GGL), Dänemark und Spanien und gilt aufgrund seiner enormen Liquidität und technologischen Unabhängigkeit als einer der stärksten Anwärter.
  • LeoVegas:Als Tochtergesellschaft des US-Konzerns MGM Resorts International verfügt die Marke über eine extrem starke mobile Plattform sowie weitreichende Regulierungserfahrung in den nordischen Ländern (z. B. Schweden über die Spelinspektionen).
  • Betsson:Der an der Börse Nasdaq Stockholm notierte schwedische Konzern hält Mehrfachlizenzen in über zehn europäischen Jurisdiktionen und betreibt ein breites Multi-Brand-Portfolio.
  • Unibet:Das Flaggschiff der Kindred Group (mittlerweile Teil von La Française des Jeux) setzt stark auf eigens entwickelte, KI-gestützte Frühwarnsysteme zur Erkennung von problematischem Spielverhalten.
  • Mr Green:Eine im deutschsprachigen Raum traditionally stark etablierte Marke, die zur Evoke plc (ehemals 888 Holdings) gehört und über langjährige Markterfahrung verfügt.
  • 888casino:Als einer der Pioniere der Branche nutzt das Unternehmen proprietäre Softwareplattformen und bedient regulierte Märkte weltweit.
  • PokerStars Casino:Teil des weltweit größten iGaming Flutter Entertainment (u. a. auch Muttergesellschaft von FanDuel und PokerStars), der den österreichischen Markt sowohl im Poker- als auch im Casinobereich erschließen könnte.
  • Weitere europäische Betreiber:Mittelständische Betreiber mit bestehenden Konzessionen der Malta Gaming Authority (MGA) oder der deutschen Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder (GGL), die ihren Aktionsradius auf den Alpenraum ausweiten möchten.

Eine Marktöffnung garantiert jedoch keineswegs einen automatischen Marktzugang für jeden Interessenten. Die im Entwurf vorgesehenen Hürden sind hoch: Bewerber müssen eine Rechtsform innerhalb der EU oder des EWR (wie eine AG oder GmbH) vorweisen, eine einwandfreie betriebswirtschaftliche Historie belegen und signifikante Konzessionsgebühren entrichten. Darüber hinaus müssen die Anbieter ihre Plattformen an das geplante zentrale Datenbanksystem der Aufsichtsbehörde anbinden. Betreiber, die in der Vergangenheit Graumarktangebote ohne Steuerrückstellung betrieben haben oder die Richtlinien zur Bekämpfung von Geldwäsche (AML/KYC) nicht lückenlos erfüllen, droht der vollständige Ausschluss vom Lizenzierungsverfahren.

Welche Chancen und Risiken bringt das neue Lizenzmodell für Spieler?

Die Umstellung von der bisherigen Monopolstruktur auf ein kontrolliertes Mehrfachlizenz-System markiert einen fundamentalen Wendepunkt für Verbraucher in Österreich. Für die Spieler bedeutet dieser Schritt primär den Übergang aus einer rechtlichen Grauzone in einen vollständig regulierten und rechtssicheren Rahmen. Durch das Nebeneinander national lizenzierter Plattformen verändert sich nicht nur die Dynamik des Binnenmarktes, sondern auch das tägliche Nutzererlebnis in puncto Sicherheit, Transparenz und Produktvielfalt.

Die Kernaspekte dieser Transformation umfassen sowohl erhebliche Vorteile als auch neu definierte Rahmenbedingungen:

  • Erweiterte Auswahl an legalen Anbietern:Nutzer sind nicht mehr auf das einzige staatliche Portal win2day beschränkt, sondern erhalten offiziellen Zugang zu einer Vielzahl international etablierter Marken mit unterschiedlichen Spielportfolios und Plattformkonzepten.
  • Intensiverer Markt wettbewerb:Der Konkurrenzdruck unter den Konzessionsinhabern fördert bessere Bonusangebote, schnellere Auszahlungsabläufe, die Einbindung moderner Zahlungsmittel (wie Apple Pay oder E-Wallets) sowie technologische Innovationen bei den Benutzeroberflächen.
  • Strikterer Spielerschutz und Verifizierung:Die Lizenzvergabe verpflichtet Betreiber zur Implementierung automatisierter Früherkennungssysteme für Suchtverhalten, strenger Identitätsprüfungen (KYC) direkt bei der Registrierung sowie zum Abgleich mit der zentralen Sperrdatei.
  • Angepasste Steuern, Limits und Werberegeln:Um den Spielerschutz zu gewährleisten, greifen verbindliche monatliche Einzahlungsgrenzen, Verlustdeckelungen und Einschränkungen bei TV- sowie Online-Werbung, was für High-Roller eine Umstellung darstellen kann.

Während die Risiken im Wesentlichen in den unvermeidbaren Einschränkungen der persönlichen Spielfreiheit – etwa durch automatisierte Limits oder verlangsamte Spielabläufe – liegen, überwiegen die strukturellen Chancen deutlich. Spieler profitieren erstmals von einem durchsetzbaren Verbraucherschutz: Im Falle von Streitigkeiten über Auszahlungen oder Kontosperrungen steht ihnen künftig eine staatliche Aufsichtsbehörde als unabhängige Schlichtungsstelle zur Verfügung, wodurch dubiose Geschäftspraktiken unlizenzierter Plattformen wirksam unterbunden werden.

Fazit

Nach meiner Einschätzung markiert der Gesetzesentwurf 2026/2027 einen möglichen Wendepunkt für den Glücksspielmarkt. Ich, Philip Ganster, sehe darin deutlich mehr als eine bloße Anpassung bestehender Vorschriften. Sollte das geplante Mehrfachlizenzmodell tatsächlich umgesetzt werden, könnten internationale Anbieter erstmals offiziell unter österreichischer Aufsicht tätig werden. Das würde den Wettbewerb stärken, den Spielern mehr Auswahl bieten und zugleich Innovationen bei Zahlungsmethoden, Auszahlungszeiten und dem technischen Angebot fördern. Gleichzeitig könnten strengere Vorgaben beim Spielerschutz und wirksamere Maßnahmen gegen nicht lizenzierte Betreiber das Vertrauen in den regulierten Markt nachhaltig erhöhen.

Aus meiner Sicht werden die kommenden Monate darüber entscheiden, ob Österreich das jahrzehntelang bestehende Monopol tatsächlich beendet oder lediglich modernisiert. Der endgültige Gesetzestext sowie die politischen Entscheidungen werden zeigen, wie weit die Reform tatsächlich reicht. Unabhängig vom Ausgang bin ich überzeugt, dass die Weichen, die 2026 und 2027 gestellt werden, den Glücksspielmarkt und die Rahmenbedingungen für Anbieter wie auch für Spieler langfristig prägen werden.